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	<title>Literarisches Archive - Wape.ch</title>
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	<description>Peter Waltenspühl: Marketing-Profi, Querdenker, Visionär, Fotograf, Texter, Musiker, Website-Gestalter, Naturwissenschaftler</description>
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		<title>Wir sind Sklaven der roten Schlange</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Waltenspühl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jun 2013 18:27:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich sitze vor dem Bildschirm meines Macs. Meine Gedanken rasen und die Finger versuchen angestrengt, mit dem reissenden Fluss intellektueller Energie mitzuhalten. Wie beim Ausdrücken einer Zahnpasta-Tube reiht sich ein Wort an das andere, Wortlinien, Sätze und Abschnitte bilden sich. Da, völlig unvermittelt wie aus dem Hinterhalt ist sie da. Knallig und aufdringlich schlängelt sich [&#8230;]</p>
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<p>Ich sitze vor dem Bildschirm meines Macs. Meine Gedanken rasen und 
die Finger versuchen angestrengt, mit dem reissenden Fluss 
intellektueller Energie mitzuhalten. Wie beim Ausdrücken einer 
Zahnpasta-Tube reiht sich ein Wort an das andere, Wortlinien, Sätze und 
Abschnitte bilden sich. Da, völlig unvermittelt wie aus dem Hinterhalt 
ist sie da. Knallig und aufdringlich schlängelt sich die rote Schlange 
unter dem soeben eingetippten Wort. Ein beklemmendes Gefühl überkommt 
mich. Habe ich etwas Falsch gemacht? Wie ein Mahnmal leuchtet sie mir 
mit stoischer Ruhe entgegen. Ganz ruhig schreit sie mir zu: &#8222;da stimmt 
was nicht!&#8220;</p>



<p>Völlig irritiert bricht mein Gedankenfluss ab und ich lande auf dem 
steinigen Grund der orthografischen Realität. Hilflos überlege ich mir, 
weshalb ich ein Wort wie &#8222;Verliebtsein&#8220; nicht gebrauchen darf. Na, ja 
mein schlaues Korrekturprogramm wird es wohl wissen. Lassen wir also 
diese unverständlichen Wortkreationen und wechseln zu einem geläufigeren
 Ausdruck wie zum Beispiel &#8222;Sympathie&#8220;. Nach zwei Anläufen steht auch 
dieses schwierige Wort endlich ohne rote Schlange in meinem Text. 
Zufrieden lehne ich zurück. Was wären wir nur ohne die rote Schlange, 
die uns auf dem Pfad der literarischen Erleuchtung hält&#8230;</p>
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		<title>Eine Traumküche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Waltenspühl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 19:23:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das plötzliche Licht blendete meine Augen. Nur langsam konnte ich mich an die gleissende Helligkeit gewöhnen. Erst schemenhaft, dann immer klarer konnte ich die Umrisse der Kochinsel erkennen. Die auf Hochglanz polierte Lackierung der Küche schimmerte glänzend im Licht und warf das scharfe Bild der Umgebung in alle Richtungen zurück. Wie ein gefrorener See überzog [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das plötzliche Licht blendete meine Augen. Nur langsam konnte ich 
mich an die gleissende Helligkeit gewöhnen. Erst schemenhaft, dann immer
 klarer konnte ich die Umrisse der Kochinsel erkennen. Die auf Hochglanz
 polierte Lackierung der Küche schimmerte glänzend im Licht und warf das
 scharfe Bild der Umgebung in alle Richtungen zurück. Wie ein gefrorener
 See überzog eine metallene Eisschicht die Kochinsel. Das Spiel des 
Lichtes und der kontrastreiche Wechsel von Hart und Weich zogen mich 
unwiderstehlich an. Ich musste diesen kühlen Monolithen unbedingt 
anfassen.</p>



<p>Mit einem Schritt war ich bei der Insel. Das erstaunlich warm 
wirkende Metall der Eisabdeckung liebkoste meine Handfläche. Ich konnte 
nicht davon lassen, immer wieder sanft darüber zu streichen. Wie der 
dunkle Schlot eines Vulkans lag das Kochfeld direkt vor mir. Mit 
wachsender Begeisterung und ungläubigem Staunen beobachtete ich, wie das
 Feuer dieser Kochstelle wie von Zauberhand dem Kochtopf folgte. Wo 
immer der Topf stand, da befand sich auch die rotglühende Hitze 
darunter. Feuer und Eis, Erde und Luft, die vier Elemente in einer Küche
 vereint. Ein ehrfürchtiger Schauer durchlief meinen Körper.</p>



<p>Ich füllte den Topf mit Wasser. Wie ein sprudelnder Bergquell schoss 
das mineralhaltige Wasser aus dem Hahn. Ich hatte eine Sodaquelle 
entdeckt. Ich konnte es kaum fassen. Ein einfacher Knopfdruck und ich 
konnte wählen, ob lautes oder stilles Wasser fliessen sollte. Kaum stand
 der Topf auf dem Kochfeld, hatte dieser auch schon eine Hitzequelle 
eingefangen. Ein paar Sekunden später stiegen die ersten Dampfschleier 
zur Decke und ich spürte plötzlich, wie ich den Boden unter den Füssen 
verlor. Ich wurde sanft in die Luft gehoben. Vor meinen Augen drehte 
sich alles. Aus oben wurde unten und das unten kehrte sich nach oben. 
Ich musste die Augen schliessen.</p>



<p>Als ich sie wieder aufschlug stand ich vor einem glänzenden 
Chromstahl-Altar. Eine Dampfsäule senkte sich gemächlich auf die 
Stahl-Oberfläche herunter und wurde sogleich von einem feinen 
Rillensystem aufgesogen. Dabei war nur ein leises Summen zu hören. Das 
Wallen des Dampfes und dieses monotone Geräusch hatten etwas 
Metaphysisches. Ich schaute nach oben und sah zu meinem Erstaunen die 
Kochinsel von der Decke hängen. Aus dem dampfenden Topf vernahm ich die 
ferne Stimme meiner Frau: „Liebling, Zeit, aufzustehen&#8230;“.</p>



<p>Ich schlug die Augen zum dritten Mal auf. Meine Frau strahlte mich 
an. „Du musst aufstehen. Wir haben doch um 9:00 Uhr einen Termin beim 
Küchenberater von Piatti. Es ist wichtig, dass wir pünktlich sind. Wer 
weiss, wie lange es dauert, bis wir wissen, wie unsere Küche aussehen 
soll.“ Ich nahm sie in die Arme und lächelte verschlafen: „Mach dir 
keine Sorgen mein Schatz, ich hab da so eine Vorstellung&#8230;“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Frauenwerkstatt</title>
		<link>https://wape.ch/frauenwerkstatt/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=frauenwerkstatt</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Waltenspühl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 19:22:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist der 23. November 1925. Ein kalter Herbstwind pfeift durch die nächtlichen Gassen der Wiener Altstadt und trägt den Duft des ersten Schnees mit sich. Margarete Lihotzky sitzt an ihrem hölzernen Arbeitstisch, der mit handgezeichneten Skizzen übersät ist. In gespenstischer Schnelligkeit flitzt der Bleistift über das Papier und versucht die sich jagenden Gedanken von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es ist der 23. November 1925. Ein kalter Herbstwind pfeift 
durch die nächtlichen Gassen der Wiener Altstadt und trägt den Duft des 
ersten Schnees mit sich. Margarete Lihotzky sitzt an ihrem hölzernen 
Arbeitstisch, der mit handgezeichneten Skizzen übersät ist. In 
gespenstischer Schnelligkeit flitzt der Bleistift über das Papier und 
versucht die sich jagenden Gedanken von Margarete einzufangen, ihnen ein
 Gesicht zu geben und sie für immer auf das Dokument zu bannen. Sie 
spürt, dass die Idee zum Greifen nah ist. Irgendwo hinter diesen vielen 
Eindrücken versteckt sich das im Augenblick schwer Fassbare.</p>



<p>Ihre neuerworbene Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld wirft 
einen kreisförmigen Schatten auf ihre Zeichnung. „Zeit ist Geld, Geld 
ist Wohlstand und Wohlstand ist Freiheit.“ Sie erinnert sich an die 
Worte ihres Mentors Adolf Loos, dessen architektonische Philosophie 
mitverantwortlich war, dass sie sich vor rund zehn Jahren als einzige 
Frau an der Wiener Kunstgewerbeschule für Architektur einschrieb. Wenn 
die Frauen also weniger Zeit in der Küche verbringen müssten, würden sie
 mehr Zeit für sich und die Kinder haben. Sie würden damit freier 
werden. Um ihren Mund zeichnet sich ein Lächeln ab. Der Gedanke gefällt 
ihr.</p>



<p>Ein heftiger Windstoss reist plötzlich das nicht ganz 
eingehängte Fenster auf und der feucht-kalte Herbstatem fährt in die auf
 dem Tisch verstreut liegenden Entwürfe. Grete schreckt aus ihren 
Gedanken auf und eilt zum Fenster, um es wieder zu schliessen. Die 
Pflastersteine glänzen feucht und spiegeln das verzerrte Bild der 
Strassenlaternen. Die Nacht liegt dunkel und schwer über der Stadt. 
Grete setzt sich wieder an ihren Tisch. Das Bild der leeren Gassen 
erinnert sie an die leere Werkstatt, die sie vor kurzem mit einem Freund
 besuchte. Dieselbe dunkle Feuchte, die nur von einer schwachen 
Glühbirne über der Werkbank erleuchtet wurde. „Diese Werkbank ist das 
Heiligtum des Mannes. Ein Schrein der Kreativität, zu dem er sich 
zurückziehen kann, um neue Kräfte zu tanken“. Mit einem neckischen 
Unterton weihte sie Franz in die Geheimnisse einer Werkbank ein. Alles 
hat seinen Platz, für jedes Werkzeug gibt es eine Aufhängevorrichtung, 
jede Schraube und jeder Nagel hat sein eigens Fach. Ohne auch nur einen 
Schritt machen zu müssen, hat man das nötige Werkzeug zur Hand – und es 
auch wieder weggeräumt. „Dies“, meinte Franz mit einer belehrenden 
Betonung, „ist besonders wichtig, um die Arbeitsfläche für das 
Wesentliche freizuhalten“.</p>



<p>Gedankenverloren zeichnet Grete die Werkbank auf ein leeres 
Stück Papier. Auch die Frauen müssten einen solchen Ort der 
Zurückgezogenheit bekommen – eine Werkbank für die Frau, vielleicht? Sie
 schaut lächelnd auf ihre Skizze. Sieht doch hübsch aus, denkt sie. Vor 
ihr liegt der erste Entwurf einer modernen Einbauküche. Ohne es zu 
wissen, hat Grete Lihotzky mit diesem Werkbankansatz die Grundlage 
geschaffen, die beinahe hundert Jahre später so manchen Mann mit 
demselben, angeborenen Basteltrieb in die Küche locken wird, um sich im 
kreativen Kochen mit seiner Frau zu messen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Fotograf und das Mädchen</title>
		<link>https://wape.ch/der-fotograf-und-das-maedchen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-fotograf-und-das-maedchen</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Waltenspühl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 12:33:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Fotograf schaute sie lange an. Er wartet auf eine Regung in ihrem makellosen Gesicht, eine kleine Reaktion nur, irgend etwas...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wape.ch/der-fotograf-und-das-maedchen/">Der Fotograf und das Mädchen</a> erschien zuerst auf <a href="https://wape.ch">Wape.ch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Der Fotograf schaute sie lange an. Er wartet auf eine Regung in ihrem makellosen Gesicht, eine kleine Reaktion nur, irgend etwas. Aber sie sass unbeweglich an die Wand gelehnt, so ehern und beständig wie der graue Beton hinter ihr. Ihre leicht angezogenen Beine schimmerten in der Abendsonne und in ihrer Sonnenbrille spiegelten sich die Parkplatznummern dieses alten Vorstadt-Parkhauses. Ein lauer Wind verfing sich in einer ihrer Locken, so dass diese vor Erregung zitterte. Der Strassenlärm der Grossstadt erstarb, bevor er seinen Weg zum obersten Parkdeck fand. Nur aus weiter Ferne vernahm man einzelne Geräuschfetzen, die an das pulsierende Stadtleben erinnerten und die die Stille auf dem Set noch lähmender machte.</p>
<p>Der Fotograf kauerte immer noch am Boden. Sie musste doch etwas gemerkt haben. Sie musste es doch auch gespürt haben. Nein, keine Reaktion! Er konnte es kaum glauben. Die kleinen, goldenen Haare auf ihrem Arm verneigten sich im Wind. Er wusste, dass nur er es sehen konnte. Die Optik seiner Kamera machte es für ihn sichtbar. Sie selbst bewegte sich nicht. Völlig reglos verstrahlte sie ihre Schönheit. Ihrer Bewegungsfähigkeit beraubt wurde sie selbst zu einem Bild, und die Zeit gefror zu einem Moment zusammen.</p>
<p>Er presste sein Gesicht enger an die Kamera. Er musste sich an ihr festhalten – und an dem, was sie eingefangen hatte. Eine Schweissperle bildete sich auf seiner Stirn. Sein Atem versiegte. Er folgte der feinen Linie aus Licht, welche die Abendsonne auf ihre rechte Gesichtshälfte zeichnete. Er bemerkte das Schattendreieck, das die Nase in ihr Gesicht warf. Er verlor sich in der zitternden Bewegung einer Haarsträhne, durch die der laue Abendwind strich. Ihr Brustkorb hob und senkte sich beinahe unbemerkt, aber im Einklang mit dem Wind. Das warme Licht strömte in harmonischen Wellen durch die Linse in sein Herz.</p>
<p>Wie intensiv diese lebendige und pulsierende Schönheit doch sein Innerstes berührte. Ihm wurde plötzlich die Intimität des Momentes bewusst. Er fühlte sich schuldig und gleichzeitig reich beschenkt. Nur er konnte es sehen. Er war eingedrungen in diese kleine Welt im Sucher seiner Kamera. Er fühlte sich eng verbunden mit dieser unbeweglichen Schönheit im Abendlicht und gleichzeitig weit entfernt, ausgesperrt durch die Linse vor seinem Auge. Sein Finger zuckte und er spürte den leichten Gegendruck, als ob sich der Auslöser dagegen wehren wollte. Er wusste genau, dass er diesen Moment nie würde festhalten können – ganz egal welche Blende oder welche Zeit er einstellen würde. Und er schämte sich, dass er es trotzdem versuchen würde.</p>
<p>Und mit dem dumpfen Klackgeräusch des zurückschnellenden Spiegels brannte sich das Bild tief in sein Herz, so tief, dass kein Delete-Knopf dieser Welt es je wieder würde löschen können. Und schon wieder fühlte er diese verschworene Nähe zu ihr, dieses verständnisvolle Zusammenrücken. Und auch dieses Mal zeigte sich keine Regung in ihrem makellosen Gesicht.</p>
<p>Auch sie hörte das Klacken des Auslösers, ein Geräusch der Befreiung, ein Geräusch der Erlösung. Sie stellte sich vor, wie sie in angemessenem Schritt dem Laufsteg entlang glitt, hinein in die funkelnden und blitzenden Augen der vielen Kameras der Pressefotografen. Sie stellte sich vor, wie sie mit offenen Mündern angestarrt würde, wie sie den Zuschauern im Vorbeischweben den Atem rauben würde. Sie fühlte die Bewunderung als einen warmen Hauch auf ihrem Gesicht.</p>
<p>Die Sehnsucht trieb sie fort, weg von diesem Parkdeck an einen weit entfernten Ort, an dem die Menschen keinen Augen hatten, an einen Ort, an dem man nicht mit Schönheit blenden konnte. Sie träumte davon, dass sie jemand wirklich als Mensch wahrnahm. Sie warf die fleischliche Hülle ab, auf die sie so stolz gewesen war, und tanzte wie ein kleines Kind im Regen. Sie spürte die ungezwungene Leichtigkeit in ihr hochsteigen, ein helles Lachen formend. Doch sie musste sich konzentrieren. Sie durfte ihre professionelle Unbeweglichkeit nicht zu verlieren.</p>
<p>Sie sah die Linsen der Kamera in den Augenwinkeln und stellte sich vor, wie diese ein Loch in sie hineinbrennen würde, so dass man direkt die Schönheit ihres Herzens erkennen konnte. Sie fühlte sich einsam, ausgestellt und doch unsichtbar. Ein erneutes Klacken und das leise Säuseln des Windes, der warm und trocken über das Parkdeck strich, umrahmten die Stille, eine Stille, die zwei Welten umschloss, welche nur durch ein paar dünne Linsen getrennt waren und doch unendlich weit voneinander entfernt lagen.</p>
</div>
<p><a class="a2a_button_twitter" href="https://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=https%3A%2F%2Fwape.ch%2Fder-fotograf-und-das-maedchen%2F&amp;linkname=Der%20Fotograf%20und%20das%20M%C3%A4dchen" title="Twitter" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fwape.ch%2Fder-fotograf-und-das-maedchen%2F&amp;linkname=Der%20Fotograf%20und%20das%20M%C3%A4dchen" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_pinterest" href="https://www.addtoany.com/add_to/pinterest?linkurl=https%3A%2F%2Fwape.ch%2Fder-fotograf-und-das-maedchen%2F&amp;linkname=Der%20Fotograf%20und%20das%20M%C3%A4dchen" title="Pinterest" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fwape.ch%2Fder-fotograf-und-das-maedchen%2F&amp;linkname=Der%20Fotograf%20und%20das%20M%C3%A4dchen" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://wape.ch/der-fotograf-und-das-maedchen/">Der Fotograf und das Mädchen</a> erschien zuerst auf <a href="https://wape.ch">Wape.ch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wape 2.0</title>
		<link>https://wape.ch/wape-2-0/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wape-2-0</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Waltenspühl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2010 18:25:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wape.ch/?p=669</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Liebling, Achtung, hier kommt Peter 2.0!“ „Weshalb 2.0?“ Ja, weshalb eigentlich? Heute ist doch alles „Bessere“ zwei-punkt-null. Das Web 2.0 kann nun auch hören. Das ursprüngliche Web lieferte eigentlich nur Informationen. Heute können auch wir uns im Internet äussern, in Chats, Foren und dergleichen. Das iPad 2.0 kann nun auch sehen: mit der eingebauten Kamera [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Liebling, Achtung, hier kommt Peter 2.0!“ „Weshalb 2.0?“ Ja, weshalb
 eigentlich? Heute ist doch alles „Bessere“ zwei-punkt-null. Das Web 2.0
 kann nun auch hören. Das ursprüngliche Web lieferte eigentlich nur 
Informationen. Heute können auch wir uns im Internet äussern, in Chats, 
Foren und dergleichen. Das iPad 2.0 kann nun auch sehen: mit der 
eingebauten Kamera kann ich nun mein Knie oder den Boden fotografieren. 
Für höher liegende Motive benutze ich das viel handlichere iPhone. In 
Bayern beginnt Ludwig II als Ludwig 2.0 in seinem virtuellen 
3-D-Schloss-Neuschwanstein wieder zu regieren. Der alte Monarch hatte 
nur eines aus Stein zur Verfügung. In der Schule 2.0 werden Computer zur
 pädagogischen Unterstützung eingesetzt, damit die Lehrer wieder etwas 
mehr Zeit für die Ferienplanung bekommen. Es scheint alles möglich zu 
sein mit dem Zusatz „2.0“.</p>



<p>Zwei-Punkt-Null bedeutet ja nicht nur eine kleine Verbesserung, eine 
marginale Korrektur oder eine kosmetische Streifung. Nein, wir sprechen 
in diesem Zusammenhang von grossartigen, tiefgehenden und 
weltverändernden Neuerungen. In der 2.0-Welt ist alles besser, 
einfacher, schneller, interaktiver, individueller und natürlich cooler. 
Und genau deshalb habe ich mich als Version 2.0 reloaded. Ich möchte 
nämlich cooler sein!</p>



<p>Natürlich drängt sich an dieser Stelle die unumgängliche Frage auf, 
ob „cooler sein“ auch wirklich cool ist. Wie steht es um den Servelat 
2.0? Am einen Ende etwas vorgekaut, am anderen schon leicht anverdaut? 
Oder Kinder 2.0? Die alten weg, die neuen mit ein paar PS mehr? Die Ehe 
2.0: neu mit den Add-Ons Sandra, Gabi und Andrea. Oder soll es 
vielleicht ein Van Gogh 2.0 sein? Etwas teurer als das Original, dafür 
mit eingebauter LED-Beleuchtung. Ist wirklich alles Neue besser? Ich 
erinnere mich zurück, als ich sie kennen lernte. Sie war jung, schön und
 so verliebt. Und mich gab es nur als Version 1.0. Heute als 2.0 Release
 will sie mich nicht mehr – trotz den neuen Features &#8222;Porsche&#8220;, 
&#8222;Jahresbonus&#8220;, &#8222;graue Haare&#8220; und &#8222;Sekretärin Andrea&#8220;.</p>



<p>Wenn ich wirklich etwas Neues zu bieten hätte, etwas 
Aussergewöhnliches oder Einzigartiges, dann wäre es mir eigentlich 
wichtig, als Ursprung und Original gesehen zu werden. Bei all den vielen
 Korrekturen in meinem Leben, bei jedem Partnerwechsel, bei jedem 
Stellenwechsel, bei jeder Geburt meiner Kinder müsste eigentlich ein 
Versions-Update stattgefunden haben. Wenn ich heute also erst bei 2.0 
angelangt bin, müsste ich mein Leben in zwei Sätzen zusammenfassen 
können. „Zwei-Punkt-Null“ scheint eine clevere Metapher zu sein, die von
 einfallsreichen Marketing- und Werbespezialisten verwendet wird, um 
eine nicht genau bekannte Verbesserung mit möglichst grosser Wirkung in 
den Markt zu schreien. Und wir fahren voll darauf ab, weil wir cool sein
 wollen.</p>



<p>„Ach nur weil ich heute ohne fremde Hilfe meine erste Mitteilung in 
Facebook posten konnte“, gab ich ihr zur Antwort, klemmte meinen iPad 
2.0 unter den Arm und zog mich mit einem verstohlenen Lächeln in mein 
Büro 2.0 zurück. Aus dem Bilderrahmen auf dem Schreibtisch strahlte mir 
meine&nbsp;2.0-Frau entgegen.</p>
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		<title>Es ist kalt geworden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Waltenspühl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Nov 2006 19:21:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist kalt geworden. Die tiefen Temperaturen drücken sich hart und schneidend ins Gesicht. Ein feuchter Hauch streift über die Haut und entzieht ihr die warme Geschmeidigkeit. Beim Einatmen schneidet die weisse Luft in die Lungen hinab, um beim Ausatmen als weisse Wölkchen vor den Lippen hängen zu bleiben. Die Menschen senken ihre Blicke, atmen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es ist kalt geworden. Die tiefen Temperaturen drücken sich hart und 
schneidend ins Gesicht. Ein feuchter Hauch streift über die Haut und 
entzieht ihr die warme Geschmeidigkeit. Beim Einatmen schneidet die 
weisse Luft in die Lungen hinab, um beim Ausatmen als weisse Wölkchen 
vor den Lippen hängen zu bleiben.</p>



<p>Die Menschen senken ihre Blicke, atmen in ihre Schals, die sich unter
 dem Kinn vom gefrierenden Atem langsam weiss färben. Ihre Schritte 
werden mit zunehmender Kälte schneller. Der nahe Winter sitzt ihnen im 
Nacken. Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und all die unerledigten 
Dinge zwängen sich noch vor die Festtage. Die Tage werden kürzer und das
 Leben wird schneller.</p>



<p>Der Herbst zieht mit seinen nebligen Pinselstrichen einen 
beruhigenden Schleier über die aufkommende Jahresendhektik und 
verlangsamt den Pulsschlag der Natur. Kaum hörbar, leise und unauffällig
 zieht sie sich zurück. Die letzten Zugvögel sammeln sich und üben in 
wehenden, ineinander fliessenden Schlieren ihren letzten Tanz. Ihr 
Gesang ertönt bereits aus weiter Ferne. Sie ziehen davon und nehmen die 
Farben mit sich.</p>



<p>Die Blätter fallen, werden vom Wind im lustigen Spiel durch die kalte
 Luft gewirbelt, werden vom Regen und der nebligen Feuchtigkeit zu einem
 letzten Glänzen gebracht bevor sie auf dem Asphalt klebend immer 
farbloser werden und dann den Sommer endgültig vergessen.</p>



<p>Im Park in der Nähe des Stadtzentrums ist das Kinderlachen verstummt.
 Hie und da zeugen eine vergessene Schaufel im Sandkasten oder ein 
verschollener Plastiksoldat von dem pulsierenden Leben wärmerer Tage. 
Die grossen, dunklen Laubbäume im Park haben sich etwas früher ihrer 
Blätterlast entledigt und ihre kahlen Äste stechen dunkel in den 
nebelweissen Himmel. Am Boden presst die klamme Nässe die rostbraunen 
Blätter zu einem feuchtglänzenden Teppich zusammen. Nur ganz vereinzelt 
streckt ein Pilz seinen Schirm durch die Blätterschicht in die kalte 
Luft dieses grauen Herbstmorgens.</p>



<p>Der Mann sitzt alleine auf einer Bank. Im Park ist es still. Der 
Nebel verschluckt jedes Geräusch. In einiger Entfernung führt eine Frau 
ihren Hund an der Leine spazieren. Ihr Alter wurde vom Herbstmorgen 
weggewischt. Wie zwei Silhouetten stehen sie da, verbunden durch eine 
dünne, schwarze Leine.</p>



<p>Auch der Mann erinnert sich nicht an sein Alter. Er sitzt da, ohne 
Leine, ohne Bezug. Seine Anwesenheit fügt sich grau in das Bild der 
Parkanlage. Seine Gedanken versuchen sich über die Nebelschicht zu 
erheben. Sie fliegen in ferne Länder. Fantasie und Erinnerungen werden 
im richtigen Verhältnis gemischt und erzeugen lauwarmes Meeresrauschen, 
von Heuduft geschwängerte Sommerluft, die sich vor dem aufziehende 
Gewitter zurückzieht und ruhig flackerndes Kerzenlicht auf dem Tisch 
einer geborgenen Dachwohnung.</p>



<p>Seine Augen fokussieren die Ferne und seine Mundwinkel verziehen sich
 zu einem angedeuteten Lächeln. Niemand sieht es. Der Mann fühlt sich 
einsam und er geniesst es. Dieser regnerische, graue Tag versetzt ihn in
 eine magische Stimmung – kaum in Worte zu fassen, schwer zu verstehen. 
Weit entfernt von Melancholie oder Depression verfügt sie über das 
Potential, Träume entstehen zu lassen. Harmonische Klänge und farbige 
Bilder einer anderen Welt oder einer fernen Zukunft werden in das 
neutrale graue Licht gepackt. Kein fremdes Geräusch, kein knalliger 
Geruch und keine schrillen Bilder stören sie.</p>



<p>Der Mann geniesst die vielen Zeichen der Vergänglichkeit in einem mit
 Trostlosigkeit gemalten Bild ohne viele Farben und ohne viele 
Geschichten. Er fühlt sich als Teil dieses Bildes, öffnet seinen Geist, 
und sein Herz und lässt diese kalte, schneidende Inspiration in sich 
hineinströmen. Zwischendurch wischt er sich einen kalten Tropfen von der
 Nase und presst seine Arme enger an seinen Körper. Es ist kalt 
geworden.</p>
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